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Simon Gfeller

Kurz-Biographie

Geboren wurde Simon Gfeller im „Zuguet“, einem Einzelhof, der zu der Gemeinde Trachselwald gehörte.
Er wuchs in einfachen bäuerlichen Verhältnissen auf.
Im Schulhaus Thal im Dürrgraben absolvierte er neun Primarschuljahre.
Ab 1884 absolvierte er die Ausbildung zum Lehrer an den Seminaren in Münchenbuchsee und Hofwil.
1887 begann er als Lehrer im Dorf Grünenmatt (Gemeinde Lützelflüh) zu unterrichten.
1893 heiratete er Meta Gehrig, ebenfalls Lehrerin; ihnen wurden zwei Töchter und ein Sohn geschenkt.
1896 wechselten er und seine Frau in die kleine Schule auf der Egg in Lützelflüh. Mehr als dreissig Jahre wirkte er dort als Lehrer.
1902 nahm er den Pfarrer und Schriftsteller Emanuel Friedli  vorübergehend in seinem Haus auf und half diesem beim Verfassen seines ersten Berner-Mundart-Bandes Lützelflüh.
Die beiden wurden enge Freunde.
1910 erschien sein erstes Buch Heimisbach, ein Roman aus dem bäuerlichen Leben, in dem er entschieden gegen die Trunksucht eintrat. Das Buch wurde ein grosser Erfolg. Es war der erste Roman im Emmentaler Dialekt.
1914 veröffentlichte er sein erstes schriftdeutsches Buch, die Geschichten aus dem Emmental.
1929 liess sich Gfeller pensionieren, um mehr Zeit zum Schreiben zu haben, und zog in ein neuerstelltes Haus an der Grabenhalde unterhalb des Schulhauses Egg.
1934 wurde ihm von der Universität Bern die Ehrendoktorwürde verliehen. Nach seinem Tod am 8. Januar 1943 wurde er neben den Gräbern von Jeremias Gotthelf und Emanuel Friedli an der Sonnenseite der Kirche Lützelflüh beerdigt.

Simon Gfellers Schaffen

In seinem Roman Heimisbach beschrieb Gfeller den Heimisbach so exakt, dass sich unschwer erkennen liess, dass es sich um die die Landschaft Dürrgraben handelte.
Am hundertsten Geburtstag des Dichters, 25 Jahre nach seinem Tod, änderte die Talschaft Dürrgraben ihren Namen offiziell in Heimisbach, um den beliebten und bekannten Dichter zu ehren.
Wie sein Vorbild, der ebenfalls in Lützelflüh wirkende Jeremias Gotthelf, beschrieb Gfeller in seinen Büchern das bäuerliche Leben detailreich und realistisch, jedoch ohne die grossen epischen Züge Gotthelfs, und mit wesentlich weniger moralisch-theologischen Exkursen. Dies dürfte mit ein Grund sein, dass Gfeller bereits zu Lebzeiten im Emmental wesentlich beliebter wurde als Gotthelf.
Neben dem in stadtbernischem Dialekt schreibenden Rudolf von Tavel wurde Gfeller zu einem der erfolgreichsten Mundartschriftsteller der Schweiz.
Seine Werke werden immer wieder neu aufgelegt und sind in der Schweiz zu eigentlichen Longsellern geworden.
Die Simon-Gfeller-Stiftung betreut seinen Nachlass und führt das Dichtermuseum (die Simon-Gfeller-Gedenkstube) im alten Schulhaus Thal in Heimisbach.

Simon Gfellers Werk

Heimisbach. Bilder u Bigäbenheiten us em Bureläbe. Francke, Bern 1910

Geschichten aus dem Emmenthal, Bern 1914

Em Hag noh. Müschterli u Gschichten us em Ämmethal, Bern 1918

Steinige Wege. Geschichten aus dem Bernbiet, Bern 1920

Ämmegrund. Mundartgschichte, Bern 1927

Drätti, Müetti u dr Chlyn. Bilder us myr Buebezyt, Bern 1931

Seminarzyt. Chrütli u Uchrütli us eme Jugetgarte, Bern 1937

Eichbüehlersch. E Wägstrecki Bureläbtig, Bern 1941

Landbärner. Mundartgschichten u Müschterli, Bern 1942

Vermächtnis. Aufzeichnungen aus seinen Tagebüchern, hg. v. Karl Uetz. Francke, Bern 1948

Unveröffentlichtes, Briefe, Vermächtnis, hg.v. Werner Gfeller und Erwin Heimann

Briefwechsel zwischen Simon Gfeller und Otto von Greyerz 1900–1939, hg. v. Erwin Heimann. Francke, Bern 1957

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